Sportstätten
Mikroplastik
Mikroplastik ist ein wachsendes Umweltproblem, das auch auf Sportstätten in den Fokus rückt. Es handelt sich dabei um winzige Plastikpartikel, die beispielsweise durch den Sportbetrieb, Wind oder Regen in die Umwelt gelangen und dort Flora und Fauna, als auch die menschliche Gesundheit gefährden. Hier erhalten Sie einen Überblick über besonders betroffene Sportstätten und Lösungsansätze.
UN-Definition und Verbot
Mikroplastik = feste, wasserunlösliche Kunststoffpartikel, die 5 mm und kleiner sind sowie faserartige Partikel mit einer Länge von weniger als 15 mm.
Das Verbot von Mikroplastik ist durch die Europäische Kommission beschlossen worden und am 17.10.23 in Kraft getreten. Für den Betrieb von Sportstätten wurden gewisse Übergangsfristen gewährt. Ab dem Jahr 2031 dürfen europaweit keine absichtlich zugesetzten Mikroplastikpartikel (primäres Mikroplastik) auf Sportplätzen verwendet werden.
Kunstrasenplätze
Das auf Kunstrasenplätzen verwendete Einstreugranulat – häufig aus recycelten Autoreifen – zählt zu den größten Quellen für die Freisetzung von absichtlich zugesetztem Mikroplastik in Deutschland. Es gelangt durch Witterungseinflüsse und anhaftend an Schuhen und Kleidung in die Umwelt und belastet Boden und Gewässer. Bereits heute ist Kunststoffgranulat daher flächendeckend nicht mehr förderfähig. Ab 2031 ist dann ein Inverkehrbringen vollständig verboten.
Mit der Zeit haben sich nachhaltige und sportfachlich bewährte Alternativen zu Kunststoffgranulat entwickelt. Dazu gehören:
- Unverfüllte Kunstrasensysteme
- Sand
- Holz- und Korkgranulat
- Olivenkerngranulat
- Granulat aus der Maispflanze
Entsprechende Fachfirmen beraten Sie gerne und finden die für Sie individuell beste Lösung. Bei Plätzen mit Kunststoffgranulat im Bestand lassen sich verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Austrags in die Umgebung ergreifen:
- Vermeidung von zu viel Kunststoffgranulat auf dem Platz
- Regelmäßige Rückverfrachtung des Granulats vom Rand des Spielfeldes in die Mitte
- Regelmäßiges Kehren von Wegen und angrenzenden Flächen
- Einrichtung von Reinigungszonen (z.B. Bürstenmatten, Gitterroste), um Granulat von Schuhen und Kleidung zu entfernen
- Errichtung von baulichen Hürden, um den Austrag in die Umgebung zu verhindern (z.B. Banden)
Reitplätze
Auch Reitplätze sind beim Thema Mikroplastik besonders betroffen. So werden dem Sand oftmals synthetische Zuschlagstoffe wie Vlieshäcksel hinzugefügt, um die Trittfestigkeit zu verbessern. Diese Materialien werden durch die Pferdehufe in Ihrer Struktur nach und nach zerstört und zerkleinert und gelangen in die Umwelt. Die Entsorgung einer Tretschicht mit Kunststoff-Bestandteilen ist zudem teuer, da Sand-Textil-Gemische gesetzlich als Sondermüll eingestuft werden.
Für eine zukunftsfähige und umweltfreundliche Gestaltung von Reitplätzen sollte daher auf synthetische Zuschlagstoffe verzichtet und stattdessen auf natürliche Alternativen zurückgegriffen werden. So gibt es eine Vielzahl an Fachfirmen, die hochwertigen Pferdesand anbieten, der sowohl für die Gesundheit der Pferde von Vorteil ist als auch aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften keine Zuschlagstoffe benötigt. Falls dennoch Zusätze gewünscht sind, haben sich natürliche Materialien wie Baum- oder Schafwolle sowie Jute als umweltverträgliche Alternativen bewährt.
Bei Reitplätzen mit synthetischen Zuschlagstoffen im Bestand können folgende Tipps zur Reduzierung des Austrags angewendet werden:
- Hufschlag regelmäßig planieren und Tretschicht feucht halten
- Reitplatzplaner nach dem Schleppen abbürsten
- Hufe vorm Verlassen des Platzes auskratzen
- Austrag am Ein- und Austritt des Platzes sammeln
- Errichtung einer Reitplatzumrandung (mind. 20 cm Höhe)