Die deutsche Bewerbungsphase für die Olympischen und Paralympischen Spiele hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Bis zum 4. Juni mussten die Bewerberregionen ihre finalen Unterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Im Anschluss werden die Konzepte geprüft, bevor am 26. September darüber entschieden wird, welche Bewerbung Deutschland im internationalen Auswahlverfahren für Olympische und Paralympische Spiele vertreten soll.

Für Sachsen besitzt dieser Schritt eine besondere Bedeutung. Im Konzept „Berlin+“ spielen Leipzig und Markkleeberg eine wichtige Rolle. Vorgesehen sind zum Beispiel Reitsportwettbewerbe, Basketball oder auch Rollstuhlrugby auf dem Gelände der Leipziger Messe und Handball in der Quarterback Immobilien Arena. Der Kanupark Markkleeberg soll die Wettbewerbe im Kanu-Slalom und Kajak-Cross ausrichten. Das Konzept setzt insgesamt auf eine nachhaltige Nutzung vorhandener Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit mehrerer Bundesländer.

Aus Sicht des Landessportbundes Sachsen bietet die Bewerbung die Chance, die Leistungsfähigkeit des Sports im Freistaat sichtbar zu machen und langfristige Entwicklungsimpulse anzustoßen. Christian Dahms, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Sachsen, betont: „Die Beteiligung von Leipzig und Markkleeberg zeigt, dass Sachsen über leistungsfähige Sportstätten und große Erfahrung bei der Ausrichtung internationaler Sportveranstaltungen verfügt. Olympische und Paralympische Spiele können ein starker Impulsgeber für den Sport und die Infrastruktur sein – wenn sie langfristig und ganzheitlich gedacht werden.“

Gleichzeitig mahnt Dahms an, die Diskussion nicht auf das Großereignis allein zu verengen:

„Die Olympischen und Paralympischen Spiele beginnen nicht im Olympischen oder Paralympischen Dorf, sondern heute auf den Sportplätzen, in den Turnhallen und in den Vereinen. Es braucht moderne Sportstätten, verlässliche Förderstrukturen und bessere Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement. Die Bewerbung kann nur dann glaubwürdig sein, wenn sie mit einer nachhaltigen Sportentwicklung einhergeht.“

Weiterhin mit im Rennen sind die Bewerberregionen Köln-Rhein-Ruhr und die Stadt München. Hamburg ist leider zuletzt aus dem Wettbewerb ausgeschieden, denn die Mehrheit der Hamburger Bürgerschaft hat sich bei einem Referendum gegen die mögliche Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele ausgerufen.

Der Landessportbund Sachsen wird den weiteren Bewerbungsprozess aufmerksam begleiten. Mit der Entscheidung am 26. September steht nun der nächste wichtige Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen deutschen Bewerbung an.