Bei Sonnenschein und mit Live-Musik der Big Ben Dix Band Halle wurden die Teilnehmenden der 14. Landes-Seniorensportspiele (LSSS) am Morgen auf dem Campus der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig in Empfang genommen und anschließend bei der zentralen Eröffnung von LSB-Vizepräsidentin Angela Geyer willkommen geheißen.

„Die Landes-Seniorensportspiele sind einer der Höhepunkte im sächsischen Sportkalender und jedes Mal ein einzigartiges Event“, sagt Geyer. Und weiter: „Hier geht es nicht nur um den sportlichen Wettbewerb, sondern vor allem auch das gemeinsame Sporttreiben bis ins hohe Alter. Der Spaß an der Bewegung, Neues kennenlernen, Kontakte pflegen und aktiv sein – das alles steht heute im Mittelpunkt.“

Dank an alle Helferinnen und Helfer

Entsprechend boten sich den Teilnehmenden neben Wettkämpfen in knapp 30 Sportarten, die sich über das gesamte Stadtgebiet streckten, auch knapp 50 Workshops zum Ausprobieren – ein Angebot, dass sich auch Teilnehmende im Alter von 87 Jahren nicht entgehen ließen. Insbesondere nach der pandemiebedingten Absage der LSSS 2020 betonte Andrea Geyer: „Wir wollen für alle älteren Sportinteressierten gern wieder ein gemeinschaftliches Erlebnis bieten.

Ein großer Dank gebührt dabei vor allem jenen, die dafür gesorgt haben, dass wir diese Veranstaltung auch 2022 wieder auf hohem Niveau durchführen können, ganz besonders unseren Landesfachverbänden und den vielen ehrenamtlich engagierten Sportsfreundinnen und Sportsfreunden“.

Staatsminister Armin Schuster mit Freude dabei

Begeistert von den LSSS zeigte sich auch Staatsminister Armin Schuster. Nach einem spontanen Frage-Antwort-Spiel mit Moderator Martin Lobst berichtete er nicht nur von seiner eigenen sportlichen Vergangenheit, sondern hob in seinem Grußwort insbesondere den Vorbildcharakter der aktiven, älteren Generation auch für die Jugend hervor. Diese würden nicht nur vorleben, wie wichtig Sporttreiben für eine gesunde Fitness bis ins hohe Alter sei, sondern auch sich ehrenamtlich zu engagieren.

Zudem sagte er, sei der Sport „wahrscheinlich die größte Bürgerorganisation für Gesundheit“. Mit viel Freude beteiligte sich Schuster anschließend auch an der gemeinsamen Erwärmung und zeigte sich beim Rundgang über den Campus sehr interessiert – sowohl an den Möglichkeiten, Sport zu treiben, als auch an den dafür vorhandenen Räumlichkeiten und Sportstätten. Mit einem weiteren Grußwort zählte zudem Heiko Rosenthal, Sportbürgermeister der Stadt Leipzig, zu den Ehrengästen.

"Jung und fit bleibt man, wenn man regelmäßig aktiv ist und Sport treibt"

Parallel zu dem vielfältigen Workshop-Programm auf dem Campus – das Angebot reichte von Aquafitness über Pilates, Rücken fit und Zumba bis hin zur Selbstverteidigung – begannen im gesamten Leipziger Stadtgebiet und in der Umgebung zur gleichen Zeit die sportlichen Wettkämpfe in den jeweiligen Altersklassen ab 50 Jahren.

Einer der ältesten Teilnehmer fand sich beim Judo: Dr. Ernst Singer (85, Judo-Club Leipzig) betreibt seine Sportart schon seit dem 18. Lebensjahr und sagt: „Judo ist vielseitig, lebensnah und hilft präventiv – vor zwei Jahren bin ich etwa beim Abrollen nach einem Fahrradsturz ohne Verletzungen abgegangen.“ Bis heute trainiert er dreimal in der Woche. „Ich möchte gern fit bleiben und die Alterswirkungen aufschieben“, verrät er über seine Motivation.

Zu den ältesten Teilnehmern beim Ringen gehörte Jürgen Hähnel (76, KFC Leipzig). Der ehemalige Profilsportlehrer Ringen am Sportgymnasium übt diese Sportart seit seinem zehnten Lebensjahr aus und begeistert sich bis heute an dessen „Vielseitigkeit und dem Kampf Mann gegen Mann“. Das Matten-Prellballturnier der LSSS sei für ihn ein „Höhepunkt! Ich war bis auf ein Mal immer dabei“, erzählt er stolz. Und verrät: „Jung und fit bleibt man, wenn man regelmäßig aktiv ist und Sport treibt.“ Für den ehemaligen Europameister im klassischen Ringkampf von 1972 bedeutet das aktuell noch dreimal wöchentlich Training.

Sporttreiben im Verein schafft Gemeinschaftsgefühl

Ähnlich ambitioniert ist auch der älteste Teilnehmer im Ju-Jutsu aktiv. Adelbert Woelki (71, SV Groitzsch 1861) hatte 1967 mit dem Kampfsport (Judo) begonnen und wechselte in den 1990er Jahren zur damals noch sehr jungen Sportart, Ju-Jutsu, in der vor allem die Selbstverteidigung im Vordergrund steht.

„Ich betreibe den Sport als Breitensport und trainiere einmal in der Woche zwei Stunden. Es ist ein guter Ausgleich und ich liebe die Gesellschaft“, sagt er. Ein Aspekt, von dem auch weitere Teilnehmende der LSSS schwärmen. Denn mit regelmäßigen Trainingszeiten im Verein fällt es nicht nur leicht, aktiv zu bleiben, sondern es entsteht auch ein schönes Gemeinschaftsgefühl und eine gesellige Abwechslung im Alltag.

In den rund 4.400 Sportvereinen des Landessportbundes Sachsen sind inzwischen 222.944 Vereinsmitglieder im Altersbereich 50+ organisiert. Das entspricht einem Gesamtmitgliederanteil von 34,1 Prozent, also rund einem Drittel.