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Wissenswertes

Kinderrechte-Index 2025

zoom Das Deutsche Kinderhilfswerk hat den Kinderrechte-Index 2025 veröffentlicht. Die Studie untersucht, wie gut die UN-Kinderrechtskonvention in den einzelnen Bundesländern umgesetzt wird. Der Freistaat Sachsen liegt dabei bundesweit im Mittelfeld.

22.01.2026

Der Blick auf Sachsen

Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht Licht und Schatten bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Sachsen. Das ist das zentrale Ergebnis des „Kinderrechte-Index 2025“, den das Deutsche Kinderhilfswerk zuletzt in Berlin vorgestellt hat. „Im Gesamtergebnis liegt Sachsen bundesweit im Mittelfeld und hat im Vergleich zu den anderen Bundesländern an Boden verloren. Sachsen hat Stärken beim Recht auf Gesundheit und beim Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung sowie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben. Besonders hervorzuheben sind beispielsweise die gute vertragsärztliche Versorgung mit Kinderärztinnen und -ärzten, die hohe Zahl an Krankenhausbetten in der Kinder- und Jugendmedizin oder die geringe Säuglingssterblichkeit. Auch bei der vergleichsweise geringen Armutsgefährdungsquote von Kindern und Jugendlichen kann Sachsen ebenso punkten wie mit den positiven Bewertungen der Kinder und Jugendlichen, wenn es um kulturelle Angebote wie Musikschulen geht oder um die Qualität und den Zustand von Schulhof- und Pausenbereichen oder Schultoiletten“, betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Wir hoffen sehr, dass Sachsen den Kinderrechte-Index 2025 zum Anlass nimmt, seine kinderrechtlichen Bemühungen zu verstärken. Es gilt auf Grundlage der vielen Beispiele guter Praxis in den anderen Bundesländern, die Verbesserungsbedarfe der Kinder- und Jugendpolitik zu überprüfen und diese gezielt anzugehen. So sollte Sachsen beispielsweise das Wahlalter auf Landes- und kommunaler Ebene senken und durch Fördermaßnahmen die Zahl der repräsentativen Kinder- und Jugendgremien steigern. Trotz der vergleichsweise geringen Kinderarmutsgefährdungsquote sollte das Land den Aufbau und die Verstetigung kommunaler Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut über ein Landesprogramm stärker fördern. Im Bildungsbereich fehlt es an einem gesetzlich verankerten ausdrücklichen Rechtsanspruch auf inklusive Schulbildung. Zudem ist beim Personal-Kind-Schlüssel im frühkindlichen Bildungsbereich noch viel Luft nach oben“, so Lütkes weiter. 

Im Gesamtergebnis schneiden Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen überdurchschnittlich ab. Dies bedeutet, dass indiesen Bundesländern die Kinderrechte vergleichsweise am besten umgesetzt werden. Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen liegen im Durchschnitt. Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen-Anhalt sind insgesamt unterdurchschnittlich eingeordnet.

Der Index untersucht die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in den Bundesländern und zeigt so vor allem die kinderrechtlichen Entwicklungsbedarfe, aber auch Beispiele guter Umsetzung in den einzelnen Bundesländern auf. Damit ist der Kinderrechte-Index ein Instrument insbesondere für Landesregierungen, die Stärken und Schwächen ihrer Kinder- und Jugendpolitik zu überprüfen und diese gezielt zu verbessern.

Es wurden insgesamt sechs Kinderrechte untersucht und durch die Bildung und Kategorisierung von 101 Indikatoren analysiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo Fortschritte erzielt wurden – und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu verwirklichen. 

Untersucht wurden:

Auswertungen für das Bundesland Sachsen:

Sportvereine als Orte der Teilhabe

Der Kinderrechte-Index beleuchtet auch Aspekte, die für Bewegung, Spiel und Sport besonders relevant sind. Teilweise wird auch die Rolle von Sportvereinen dabei in den Blick genommen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Sportvereine wichtige Orte für die Umsetzung von Kinderrechten sind und Orte der Teilhabe sein können – gleichzeitig aber auch vor Herausforderungen stehen. Beim Ausbau von Kinderschutzkonzepten, der Stärkung von Mitbestimmung sowie der Schaffung gleicher Teilhabechancen besteht weiterhin Entwicklungsbedarf.

Engagement der Sportjugend Sachsen

Die Sportjugend Sachsen setzt sich zusammen mit der Deutschen Sportjugend und den anderen Jugendorganisationen im Sport in Deutschland seit vielen Jahren aktiv für die Verwirklichung von Kinderrechten im Sport ein. Ob Beteiligung junger Menschen, Schutz vor Gewalt oder die Förderung von fairen und sicheren Sportumgebungen – Kinderrechte sind ein zentrales Leitprinzip der Jugendarbeit im organisierten Sport in Sachsen. Gemeinsam mit Vereinen und Verbänden arbeitet die Sportjugend daran, Kinderrechte im sportlichen Alltag erlebbar zu machen und nachhaltig zu verankern. Weitere Informationen zu Kinderrechten im Sport gibt es unter www.dsj.de/kinderrechte.

Auch wenn viele Kinder und Jugendliche ihre Situation grundsätzlich positiv einschätzen, zeigt der Kinderrechte-Index klar: Es braucht weitere Anstrengungen, um allen Kindern – unabhängig von sozialem Hintergrund oder Wohnort – gleiche Chancen auf Beteiligung, Schutz und Teilhabe, auch im Sport, zu ermöglichen. Weitere Informationen sowie ausführliche Berichte zum Index gibt es auf den Seiten des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Quelle: dkhw/dsj