Freiwilligenjahr
Freiwilligendienste im Sport sind ein Erfolgsmodell

22.06.2026
"Was kommt nach dem Schulabschluss? Studium, Ausbildung oder erst einmal durchatmen? Für viele junge Menschen in Sachsen lautet die Antwort: Wir wollen Sport! Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Sport bietet 40 Jugendlichen die perfekte Gelegenheit, ein Jahr lang ihr Hobby zum Beruf zu machen, sich zu orientieren und gleichzeitig die sächsische Vereinslandschaft tatkräftig zu unterstützen. Koordiniert von der Sportjugend Sachsen (SJS) hat sich dieses Modell längst als echter Hauptgewinn für den gesamten Sport im Freistaat etabliert.
Die Wege in die Praxis sind dabei so vielseitig wie die Interessen der Jugendlichen selbst. Für viele Freiwillige ist das FSJ die Chance, dem eigenen Heimatverein etwas zurückzugeben. Sie kennen die Gesichter, die Strukturen und packen direkt dort an, wo sie selbst groß geworden sind. Oder wollen prüfen, ob sie auch langfristig in Berufen mit Kindern oder im Sport arbeiten wollen. Genauso spannend ist für andere der Sprung ins Unbekannte, um ganz bewusst in einen neuen, fremden Verein einzutauchen, eine andere Sportart kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Wer wiederum den Blick fürs große Ganze sucht, findet seinen Platz bei den Stadt- und Kreissportbünden, unterstützt die regionale Sportentwicklung und lernt das Management hinter den Kulissen kennen.
Egal wo der Einsatzort liegt: Ein FSJ im Sport ist kein theoretischer Absitzkurs. Die Freiwilligen sind von Tag eins an voll integriert und aktiv gefordert. Sie unterstützen das Training im Nachwuchsbereich, bringen frischen Wind in Kooperationen mit Kitas und Grundschulen oder organisieren. Für die Einsatzstellen sind diese engagierten Jugendlichen eine enorme Bereicherung, denn sie bringen neue Ideen mit und schlagen oft die perfekte Brücke zwischen der Vereinsführung und den jüngsten Sportlerinnen und Sportlern. Der pädagogische Bildungscharakter wird dabei großgeschrieben. Herzstück des Jahres sind die insgesamt 25 Bildungstage, die weit über das klassische Lernen hinausgehen. An 15 Tagen kommen die Freiwilligen in gemeinsamen Seminarwochen zusammen, um sich auszutauschen und neue Methoden für die Praxis zu testen. Zwei feste Tage widmen sich intensiv den gesellschaftlich relevanten Themen Demokratie und Kinderschutz. Mindestens acht weitere Bildungstage können ganz nach den persönlichen Präferenzen gestaltet werden.
Diese intensive Weiterbildung zahlt sich aus und hinterlässt bleibende Spuren. Viele Freiwillige nutzen das Jahr, um eine offizielle C-Lizenz als Trainer oder Übungsleiter im Breitensport oder einer spezifischen Sportart zu erwerben. Andere qualifizieren sich im Bereich des Vereinsmanagers C oder absolvieren die Ausbildung zum Rettungsschwimmer. So halten sie am Ende des Jahres echte, wertvolle Qualifikationen für ihre berufliche und sportliche Zukunft in den Händen.
Ein ganz besonderer Meilenstein im FSJ-Verlauf ist das eigenverantwortliche Jahresprojekt. Hier können die Jugendlichen zeigen, was in ihnen steckt, und ein eigenes Vorhaben von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung realisieren. Die Bandbreite dieser Projekte im Freistaat ist beeindruckend. Sie reicht von der Organisation kleiner Turniere, Sportfeste und kreativer Aktionstage über moderne Öffentlichkeitsarbeit wie das Drehen von Imagevideos bis hin zu anspruchsvollen konzeptionellen Aufgaben. So ist auch der Vorstoß zur Erarbeitung eines vereinseigenen Kinderschutzkonzepts eine nachhaltige Bereicherung für den sächsischen Nachwuchs.
Welche tiefen Spuren diese intensive Zeit hinterlässt, zeigte sich eindrucksvoll beim großen Abschlussseminar. Im gemeinsamen Rückblick zogen die Jugendlichen ein positives Resümee: Das Jahr hat sie nicht nur persönlich wachsen lassen, sondern ihre Leidenschaft für das Vereinsleben noch weiter entfacht. Die Freiwilligen positionierten sich deutlich, dass sie dem organisierten Sport auch in Zukunft treu bleiben und sich weiterhin ehrenamtlich engagieren wollen. Damit beweist das FSJ einmal mehr, dass es ein unverzichtbarer Motor für die Zukunft des sächsischen Sports ist."
Richard Soldner, Freiwilligendienstleistender beim TSV Dresden-Bühlau




