15 Jahre Bundesfreiwilligendienst
BFD-Jubiläum: Sport setzt wichtige Impulse

01.07.2026
Am 1. Juli 2026 feiert der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sein 15-jähriges Bestehen. Für die Deutsche Sportjugend (dsj) ist das Jubiläum Anlass, auf die Erfolgsgeschichte der Freiwilligendienste hinzuweisen und gleichzeitig dafür zu werben, die Erkenntnisse aus 15 Jahren Praxis in die aktuellen Überlegungen zu neuen Wehr- und Zivildienstmodellen einzubeziehen.
Mit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 endete auch der Zivildienst. Der neu geschaffene Bundesfreiwilligendienst ergänzte die bestehenden Formate Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) und eröffnete auch dem organisierten Sport neue Möglichkeiten, junge Menschen für Engagement zu gewinnen. Heute begleiten zivilgesellschaftliche Organisationen bundesweit Freiwillige in einer Vielzahl von Einsatzfeldern. Bei den Trägern der Deutschen Sportjugend engagieren sich derzeit rund 2.000 Menschen im FSJ und knapp 1.000 im BFD. Sie unterstützen Sportvereine und -verbände, wirken in Bildungs- und Integrationsprojekten mit und stärken die Kinder- und Jugendarbeit im Sport.
Angesichts der aktuellen politischen Diskussionen über einen möglichen neuen Zivildienst betont die dsj, dass eine einfache Rückkehr zu früheren Modellen nicht möglich sei. Vielmehr müssten die Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre berücksichtigt werden, um Freiwilligkeit, gesellschaftliche Teilhabe und starke zivilgesellschaftliche Strukturen zu erhalten.
Zentrale Forderungen der dsj
Die Deutsche Sportjugend fordert, bei den aktuellen Planungen insbesondere folgende Erkenntnisse aus 15 Jahren BFD zu berücksichtigen:
- Neue Dienstmodelle nur gemeinsam mit der Zivilgesellschaft entwickeln und an bestehende Strukturen anschlussfähig gestalten. Zusätzliche Bürokratie und Doppelstrukturen sollten vermieden werden.
- Zivilgesellschaftliche Strukturen dauerhaft und verlässlich finanzieren. Vereine, Verbände und andere Träger schaffen die Räume, in denen Engagement stattfindet, und müssen entsprechend gestärkt werden.
- Die Vielfalt der Einsatzfelder erhalten und ausbauen. Gerade im Sport reichen diese von Kinder- und Jugendarbeit über inklusive Angebote bis hin zu Bildungs- und Beteiligungsprojekten.
- Für mehr Sichtbarkeit und bessere Zugänge sorgen, unter anderem durch die Unterstützung eines zentralen Online-Portals für Freiwilligendienste sowie durch öffentliche Anerkennung und Informationskampagnen.
- Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen langfristig absichern. Qualifizierte Betreuung und Bildungsangebote sind entscheidend für Lernerfolge, Orientierung und nachhaltiges Engagement.
Für die dsj steht fest: Der Bundesfreiwilligendienst hat sich in den vergangenen 15 Jahren als wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts bewährt. Wenn künftig neue Dienstmodelle entstehen, darf der Sport als bedeutender Lern-, Bildungs- und Engagementraum nicht zu kurz kommen.