Die Freiwilligendienste sind eine besondere Form bürgerschaftlichen Engagements. Als Bildungs- und Orientierungsjahr gewinnen sie insbesondere für junge Menschen immer mehr an Bedeutung. Sie geben den Engagierten die Möglichkeit, sich aktiv im Sport einzubringen, dabei selbst neue Erfahrungen zu sammeln, Kompetenzen zu erwerben und auch eigenes Wissen an andere weiterzugeben.

Ein Rückblick vom aktuellen Jahrgang:
geschrieben vom Freiwilligen Sven Papenfuß von den Dresden Titans e.V.

Am 1. September 2020 war es wieder soweit, der nächste Jahrgang von Freiwilligendienstleistenden begann seinen Dienst in den jeweiligen Einsatzstellen. Zu diesem Zeitpunkt war das Corona-Virus bereits allgegenwärtig und so war allen klar, dass es ein spannendes, herausforderndes Jahr mit vielen Ungewissheiten werden würde. Dessen ungeachtet starteten die 40 Freiwilligen ihren Dienst. Die Einsatzbereiche waren breit gefächert und die verschiedensten Sportarten vertreten: So fand man Freiwillige im Schwimmen, Fußball, Basketball und in der Leichtathletik. Doch auch etwas unbekanntere Sportarten konnten FSJler vorweisen, beispielsweise Faustball, Schach und auch Parkour. Einrichtungen, wie zum Beispiel die Kreissportbünde oder der Sportpark Rabenberg, dienten als Arbeitsstelle. Nun fast ein Jahr später ist es an der Zeit zurückzublicken. Wie lief das Jahr für uns? Was haben wir erlebt und was können wir mitnehmen?

Erstmal möchte ich erwähnen, dass sich durch diesen Text alle Freiwilligen angesprochen fühlen sollen. Leider gab es auch einige, die ihr FSJ früher beenden wollten oder mussten, da Corona einen normalen Einsatz unmöglich machte. Trotzdem sind sie uns alle ans Herz gewachsen in der ersten gemeinsamen Seminarwoche und sind damit nicht in Vergessenheit geraten. Wir anderen, die sich durch die widrigen Bedingungen gekämpft haben, sind uns einig: Es war ein super spannendes Jahr für uns! Egal ob im Büro, im Homeoffice, beim Hallenumbau, in Schulen oder als Trainer*in, es gab so viel Neues zu entdecken und zu lernen, dass niemandem langweilig werden konnte. Das erste größere Highlight fand für Seminargruppe A vom 14. bis 18. September 2020 statt und für die Seminargruppe B eine Woche später. Für beide Gruppen ging es nach Werdau, wo unter Einhaltung der Hygieneregeln die erste von drei Seminarwochen stattfinden konnte. Auch wenn diese erste Woche etwas theorielastig war, so kam doch der Sport nicht zu kurz. Bei Beachvolleyball, Fußball, Basketball oder Frisbee konnten sich die Teilnehmer*innen erstmalig persönlich kennenlernen. So wurden die ersten Freundschaften geschlossen und lange Abende zusammen verbracht, obwohl man sich noch nicht so lange kannte. Nach dieser spaßigen Woche ging es für alle Beteiligten wieder in ihre Einsatzstellen zurück. Den Oktober lang verlief fast alles normal - Trainings, GTA´s und Büroarbeit, für uns Freiwillige gab es genug zu tun. Aber was folgte, mag zwar niemanden wirklich überrascht haben, doch hart war es allemal: Anfang November wurde das alltägliche Leben in Deutschland stark heruntergefahren, es wurden nicht nur Bars, Kinos und Clubs geschlossen, sondern auch der Vereinssport eingestellt. Somit brachen für viele von uns die Aufgaben weg. Trainings, GTA´s, Angebote in Präsenz - all das ließ sich vorerst nicht mehr durchführen. Somit startete die Zeit der Anpassung. Vom Büro ins Homeoffice, Zoom-Konferenz statt Dienstberatung, Online-Trainings statt auf dem Feld zu stehen oder im Becken zu sein. All das und vieles Weitere waren nicht nur für die Vereine eine Herausforderung, sondern auch besonders für uns Freiwillige!

Es folgte wohl die schwierigste Phase für uns: Bildungstage abgesagt, Theoriestunden über Zoom, das Zwischenseminar auf ungewisse Zeit verschoben. Aber was wohl am schwierigsten wog, war die Einseitigkeit der Aufgaben. Für manche war dies leider das Aus, aber die meisten bissen sich durch diese schwierige Zeit und man kann sagen, dass wir am Ende doch belohnt wurden. Ab März konnte es endlich langsam wieder losgehen. Es war uns egal, dass es draußen war oder nur mit wenigen Kindern, endlich konnten wir wieder Sport machen, endlich wieder rausgehen und endlich wieder Freude vermitteln. Vielleicht noch in abgespeckter Form, aber wir gingen unseren Aufgaben nach und mit der Zeit, mit den folgenden Lockerungen, wurde es stetig wieder mehr. Auch das seit November aufgeschobene Zwischenseminar konnte endlich stattfinden. So kamen die beiden Seminargruppen im Juni auf dem Rabenberg zusammen und lernten sich kennen. Die Woche war geprägt von der praktischen Umsetzung des Gelernten aus den Zoom-Stunden. Am Abend blieb genug Zeit für Schwimmen, Volleyball, Tischtennis oder auch einfach große Runden "Werwolf". Natürlich gab es auch in diesem Seminar die ein oder andere etwas längere Nacht. Keinen Monat später war es bereits Zeit für das Abschlussseminar. So waren wir erneut auf dem Rabenberg und sahen uns zum letzten Mal, zumindest in diesem FSJ-Jahr. Ich hoffe wir bleiben in Kontakt. Aber so ist es Zeit, die gesammelten Eindrücke nochmals zu verarbeiten und aufzuschreiben.

Es gibt einen gemeinsamen Konsens, auf welchen wir uns alle einigen konnten: Durch das FSJ haben wir viel gelernt. Da wären die neuen Leute, die auch meist eine andere Sportart machen als man selbst. Da sind neue Übungen und Anregungen für zukünftige Trainingseinheiten, aber auch Abläufe, wie man diese gut gestalten kann. Wir reden über uns selbst, da es so viele Seiten gibt, die man an sich entdecken kann oder man findet heraus, was man mag oder eben auch nicht. Aber einer der wichtigsten Punkte für fast alle ist, dass man Verantwortung übernehmen muss, selbstständiger wird und einen sanften Einstieg in das Arbeitsleben hat. Es lohnt sich also in jedem Fall ein solches Jahr zu machen!

Aber das FSJ wäre ohne die Seminarwochen nur halb so lustig. Für viele waren sie die Highlights. Aber sie waren nur möglich, dank guter Organisation und toller Unterstützung. Deshalb wollen wir - Isabella, Kim, Joram, Lennart, Lucas, Pauline, Rosalie, Rocco, Konrad, Felix, Tim, Leonardo, Niklas, Leon, Justus sowie Sven aus der Seminargruppe A und Niklas, Leon, Vincent, Solveigh, Katja, Gerlind, Helen, Vivien, Robin, Juri, Felix, Leonie, Finn, Tom, Moritz sowie Nicolas aus der Seminargruppe B uns ganz herzlich bei Tilo Weidner von der Sportjugend Sachsen bedanken, der für die Organisation zuständig war und uns bei Problemen in den Einsatzstellen unterstützt hat. Ebenso bei Steffen Buschmann, der für die Seminarwochen immer Urlaub nahm, als Referent Wissen vermittelt hat und sich auch nicht zu fein war, bei den Werwolf-Runden mitzuspielen. Weiterhin bei Marleen, Uwe und Alyssa aus dem Juniorteam der Sportjugend Sachsen, die uns die Wochen begleitet und für alle ein offenes Ohr hatten sowie für eine Wohlfühlatmosphäre gesorgt haben. Aber auch bei allen Referent*innen wie Marko, Björn, Max oder Martin, die uns mit ihrem Fachwissen gefüttert, vielleicht sogar manchmal gesättigt haben.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass jeder etwas mitnimmt. Sei es eine Übungsleiterlizenz, das Sportabzeichen, Freundschaften oder eben neue Erfahrungen. Für niemanden war es ein verschwendetes Jahr und so brechen wir in den letzten Monat dieses Freiwilligendienstes auf und verabschieden uns mit einem „Sport frei“!

Sven Papenfuß, Dresden Titans e.V.