„Hallo zusammen, hier kommt mal wieder eine Meldung der Sportelite Sachsens. Gerade befinden wir uns auf unserem Abschlussseminar im Sportpark Rabenberg. Unser Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) neigt sich nun doch dem Ende und so wagen wir einmal einen Blick zurück in die Glaskugel auf unsere erste Seminarwoche. Hier sind pro Gruppe jeweils 20 Sportverrückte das erste Mal aufeinandergetroffen. In dieser anfänglichen Runde konnten wir uns alle erst einmal kennenlernen und uns die wichtigsten Softskills des Übungsleiterdaseins erarbeiten. Rückblickend war diese erste Woche eine sehr große Hilfe, um gut gewappnet in den FSJ-Alltag einzusteigen. Einige Wochen später – wir waren nun schon etwas erfahrener, aber für einen Bundestrainerposten reichte es noch nicht – folgte dann schon das Zwischenseminar. Hier sind wir in unseren Seminargruppen richtig gut zusammengewachsen, vertieften bis dahin unsere gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse und hatten eine Menge sportlichen Spaß.

Gut gerüstet starteten wir in den restlichen Teil der ersten Hälfte des FSJ´s. Wir betreuten zahlreiche Sport-AG´s an verschiedensten Grundschulen in ganz Sachsen, machten Werbung für unseren Sport in Kindertagesstätten, rotierten im Vereinstraining sowie in den Geschäftsstellen und begannen unsere Jahresprojekte zu planen und erste Vorkehrungen dafür zu treffen. Doch dann kam etwas, womit wahrscheinlich niemand gerechnet hatte. Man könnte meinen, uns fitte FSJ´ler kann es nicht so schnell umhauen, doch die neusten Erkenntnisse bewiesen letztendlich, dass auch wir als motivierte und ehrgeizige Sportlerinnen und Sportler irgendwie auszubremsen waren. Covid-19 überrollte wortwörtlich nicht nur die Welt, sondern ganz besonders auch unsere Einsatzstellen, die Sportvereine. Anfangs war das ein ganz schöner Dämpfer und alles wurde heruntergefahren. Sollte es das jetzt schon gewesen sein mit unserem FSJ?! Zunächst schien es so, doch schnell konnten wir uns aufraffen und engagierten uns in anderen Bereichen des Lebens, ob das nun Einkaufen für Omi und Opi betraf oder die Notbetreuung in Grundschulen, völlig egal, Hauptsache helfen. Später begannen wir wieder damit, uns mit unseren Vereinen auseinanderzusetzen und vor allem die Kinder und Jugendlichen mit den verschiedensten Projekten bei Laune zu halten.

Als dann die FSJ-Landesaktionswoche näher rückte und noch immer kein Ende des Lockdowns in Sicht war, wurde uns dann auch klar, dass unsere eigentlich gemeinsam geplante Aktion so nicht stattfinden konnte. Doch auch wir Freiwillige im Sport sind nicht auf den Kopf gefallen und haben uns mal eine ganz besondere Variante überlegt, um anderen Menschen Einblicke in unseren FSJ-Alltag im Sport zu geben. Jeder von uns hatte die Aufgabe, sich mit seiner ganz persönlichen Corona-To-Do-Liste möglichst sportlich fotografieren zu lassen. Anschließend erstellten wir unsere sportliche Corona-Hitparade, welche die Top 30 all unserer Aufgaben während der Corona-Zeit enthielt. Zum Schluss gaben wir noch ein Statement ab und verkündeten, dass die FSJ´ler im Sport auch während Pandemie-Zeiten cool blieben und kreativ sein konnten.

Die Zeit verstrich, unser Abschlussseminar kam immer näher, doch bis kurz vor knapp war nicht sicher, ob wir uns überhaupt alle noch mal live und in Farbe wiedersehen konnten. An dieser Stelle ist es ganz besonders unserem Seminarleiter Tilo zu verdanken, dass wir jetzt hier alle gemeinsam sitzen können. Wir sind hier noch einmal mehr zusammengewachsen, jeder Einzelne hat seine ganz besondere Rolle in der Gruppe und ist unentbehrlich geworden. In dieser letzten, gemeinsamen Woche stand der Spaß vor allem im Vordergrund. Wir hatten die Möglichkeit, für uns total neue und interessante Trendsportarten (z.B. Ultimate Frisbee und Lacrosse) auszuprobieren. Unsere Ausbildung war damit nun abgeschlossen und es war an der Zeit, unsere großen Visionen in Form unserer Jahresprojekte vorzustellen. Trotz Corona kann man sagen, dass jeder etwas richtig Cooles und Individuelles auf die Beine stellen konnte. Somit war die Vielfalt immens, es gab Projekte wie Kinderturniere, Abzeichen-Tage, Sportnachmittage, Outdoor-Tage, Zeltlager, Weiterbildungen, Ballschulentwicklungen und Inklusions-Tage. Wir konnten uns alle frei entfalten, jeder konnte sich selbst Herausforderungen stellen, diese auch überwinden und sich persönlich dabei weiterentwickeln.

Das können wir auch über unser gesamtes FSJ sagen: Jeder konnte hieraus etwas mitnehmen, die verschiedensten Erfahrungen sammeln – ob das nun den Sport und das Trainerdasein oder die Persönlichkeitsentwicklung betraf – es kamen alle auf ihre Kosten. Und genau das ist es doch, was das FSJ im Sport so besonders macht. Ein jeder kann hier mitmachen und eine wahnsinnig tolle Zeit ist vorprogrammiert. Alles in allem ist das Ganze eine runde Sache und wir können es wirklich nur jedem ans Herz legen, das FSJ im Sport auszuprobieren. Es ist nie zu spät. Sport frei!“

Die Seminarsprecher Eddi Lewandowski und Josephine Fechner