Mit sehr vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen ging es zurück nach Deutschland. Fabian Marx vom Einsiedler Skiverein berichtet für die Sportjugend Sachsen (SJS) vom Jugendlager in Südkorea:

„Einmal bei Olympia dabei sein – der Traum eines jeden Sportlers. Für Nele, Sophia und mich einer, den wir nun schon mal abhaken können. Denn im Rahmen des Deutschen Olympischen Jugendlagers hatten wir die Möglichkeit, die Olympischen Winterspiele und allem, was dazu gehört, miterleben zu dürfen.

Doch zunächst mal ganz an den Anfang der Reise: Am 6. Februar ging es zusammen mit Sophia und Nele nach Frankfurt/Main, da am nächsten Tag unser Flieger startete. Dort trafen wir uns mit der gesamten, bundesweit zusammengewürfelten Gruppe. Der Flug verlief reibungslos, sodass wir nach sechs plus acht Stunden Flug abends im YMCA Hotel, unserem Quartier für die nächsten zwei Wochen, in Seoul ankamen. Das Jetlag am nächsten Morgen war hart, unser volles Programm machte ein gemütliches Ausschlafen sowieso unmöglich. In der Foreign Language High School Seoul lernten wir koreanische Schüler kennen und erarbeiteten uns zusammen mit ihnen Wissen über Sprache, Kultur, Geschichte, aber auch über die Hobbys und Interessen der Koreaner. Beispielsweise ist Karaoke in Südkorea ein großer Trend – zurecht, wie wir später noch feststellten.

So richtig los mit Wintersport ging es dann am nächsten Tag. Für mich als Langläufer natürlich beim Skiathlon. Der Preis für die lautesten Anfeuerungen wäre wohl an uns gegangen. Das Rennen war super spannend, es hat total Spaß gemacht, die Wettkämpfe zu verfolgen. Von dort fuhren wir dann direkt ins Deutsche Haus. Dieses an sich ist ein toller Ort, ein kleines bisschen Heimat in einem fremden Land. Viele Athleten und Betreuer, zudem eine tolle Stimmung ließen unsere Besuche immer wieder zum Highlight werden. Neben schmackhaftem Essen und Getränken gab es dort auch einen Bäcker mit leckeren Brötchen. Wer weniger Hunger hatte, konnte auf der Radrolle Kilometer für einen guten Zweck sammeln. An diesem Ort hatten wir immer unser Treffen mit Organisatoren, Politikern, Sportlern und Sponsoren. Beim Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erfuhren wir einiges über ihn privat und konnten auch selbst einige Fragen an ihn und seine Frau stellen. Auch mit dem DOSB-Präsidium konnten wir uns gemeinsam austauschen. Total spannend war der Besuch des Olympischen Dorfes. Eine Möglichkeit, die nicht viele Menschen bekommen. Es war einfach Wahnsinn und sehr beeindruckend, dies alles mal in der Realität zu sehen. Überall Athleten und Betreuer der unterschiedlichsten Nationen. In der Kantine gab es äußerst leckeres Essen aus aller Welt. Wer hier keine olympische Atmosphäre fühlt, der wird wohl nie dafür zu begeistern sein. Später beim Biathlon hatten wir Plätze direkt an der Zielgeraden und der Athletenzone. Zudem sah man das ganze Stadion und konnte den Läufern gemeinsam mit den Fans auf der Tribüne ordentlich einheizen. Dass dies am Ende noch mit einem Sieg von Arnd Peiffer gekrönt wurde, machte das Biathlonrennen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Am nächsten Tag ging es in kleinen Gruppen, zusammen mit den koreanischen Schülern der Foreign Language High School, auf zur Stadtrallye durch Seoul. Unsere zwei koreanischen Schüler hatten ein tolles Programm zusammengestellt und noch Platz für eigene Wünsche gelassen. Und was passt da besser als ein Besuch den Stadtteils Gangnam inklusive Foto im Psy-Tanzstil. Vorher schauten wir uns noch den alten Tempel des koreanischen Kaisers an, sehr interessant und schön. Zum Abschluss gab es mit allen anderen Schülern ein traditionelles, koreanisches Barbecue. Abgesehen von den Knieschmerzen, weil man auf dem Boden sitzt, ein sehr lustiger Abend. Darauffolgend fuhren wir nach Gangnam zum Short-Track. Die ganze Halle machte richtig Lärm und heizten die Stimmung ordentlich hoch. Da merkten wir schnell, dass wir bei einer der Nationalsportarten Südkoreas gelandet waren. Die Wettkämpfe sind super kurzweilig und spannend und vor allem bei der Staffel äußerst verwirrend und spektakulär. Für uns ging es danach wieder direkt zurück ins Hotel, Ankunft war erst gegen 1:30 Uhr nachts. Umso schlimmer, dass wir am nächsten Tag früh um 6:00 Uhr schon zum nächsten Wettkampf aufbrachen. Beim Curling bemerkten wir jedoch schnell, dass wir eine richtig gute Wahl getroffen hatten. Denn die andere Gruppe wartete vergeblich auf den immer wieder verschobenen Start beim Ski Alpin.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir komplett in Seoul. Zur Vorbereitung auf die Exkursion in die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea bekamen wir Besuch vom Militärattaché. Nachmittags besuchten uns dann Diplomaten der Deutschen Botschaft, mit denen wir in Gesprächsrunden alles über das Leben und den Arbeitsalltag eines Botschafters erfahren haben. Ein wirklich interessanter Beruf. Ein weiteres Highlight war der Schüleraustausch in Gangneung. In einem großen Kongresszentrum trafen wir uns mit unseren Austauschschülern und wurden mit einem feierlichen Programm aus Tanz und Gesang empfangen. Später ging es per Bus durch das Umland von Gangneung, wo wir unter anderem ein altes, koreanisches Anwesen sowie ein altes Militärschiff erkundeten. Auf einem der größten Streetfoodmärkte in Korea bestaunten wir an jeder Ecke interessante Snacks und Leckereien. Gegen Abend ging es zu unseren Austauschpartnern nach Hause. Und dann: ein freier Tag.

Am Folgetag ging es früh raus in die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea. Schon vor der Reise war dies eines der Programmpunkte, auf den ich sehr gespannt war. Am Stützpunkt angekommen wurden wir von einem Soldaten aus Neuseeland begrüßt und mit einem kleinen Vortrag auf die folgende Rundfahrt vorbereitet. Nahe der Grenze gab es für uns letzte Anweisungen, wie wir uns zu verhalten hätten. Auf dem Grenzstreifen standen mehrere blaue Baracken, die normalerweise für Verhandlungen genutzt wurden. Heute jedoch durften wir diese betreten, auch den Teil auf nordkoreanischer Seite. Einmal in Nordkorea stehen – ein sehr merkwürdiger Moment, in einem Land zu stehen, über das man quasi nichts weiß. Mit dem Bus ging es dann weiter an einen Aussichtspunkt, bei dem wir auf den Grenzstreifen und Nordkorea blicken konnte. Bis auf ein Dorf, welches laut der Soldaten nur als Propagandaaktion erbaut wurde und aus dem 24 Stunden am Tag Musik spielt, gab es nur Wald und Wiese zu sehen. Trotzdem wirkte alles ziemlich befremdlich. Ein wirklich spannender und ungewöhnlicher Tag, den wir wohl so schnell nicht vergessen werden.

Den letzten Tag in Südkorea haben wir nochmal frei bekommen. Die Taschen mussten ja auch noch gepackt werden und so manch einer hatte durch Gastgeschenke und Mitbringsel mit der 30kg Marke zu kämpfen. Später ein letztes Mal Abendbrot im YMCA Hotel, eine abschließende Auswertung, dann ging es auch schon los zum Flughafen. Der große Abschied erfolgte dann in Frankfurt/Main an der Gepäckausgabe. Der fiel schon schwer, denn so viele gemeinsame Erlebnisse schweißen doch mehr zusammen, als man denkt. Zum Glück wird es ein Nachtreffen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendlagers geben, um sich wiederzusehen.“

Fabian Marx, sächsischer Teilnehmer des Deutschen Olympischen Jugendlagers