Erkältung oder Grippe

Erkältungskrankheiten werden überwiegend durch Viren ausgelöst. Häufige Symptome sind Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Fieber. Solche sogenannten grippalen Infekte sind aber mit einer richtigen Grippe, die durch das Influenza-Virus ausgelöst wird, nicht zu verwechseln. Grippeviren sind sehr aggressiv und können bei abgeschwächter Immunabwehr zu einer schweren Atemwegserkrankung führen und tödlich verlaufen.

Übertragungswege

Die Hände sind Hauptüberträger, denn Viren und Bakterien befinden sich vor allem auf Gegenständen, die häufig benutzt werden, wie Türklinken oder Wasserhähnen. Die Begrüßung durch Händedruck führt schnell zu einer Verbreitung von Keimen. Auch freies Niesen und Husten erhöht die Keimbelastung in der umgebenden Luft deutlich.

Infektionen vorbeugen

Mit einer konsequenten Hygiene kann man nicht nur sich selbst vor Erkrankungen schützen, sondern auch die Ansteckungsgefahr verringern und der Verantwortung gegenüber Mitmenschen gerecht werden.

  • Wichtig ist das regelmäßige gründliche Händewaschen mit Seife (20 bis 30 Sekunden an allen Stellen – Handinnenflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume und Fingernägel, anschließend gut abspülen und mit einem Einweghandtuch trocknen)
  • Regelmäßiges Stoßlüften verbessert die Luftqualität und verringert die Erregerkonzentration in den Wohnräumen
  • Niesen und Husten konsequent in die Armbeuge
  • Regelmäßige Saunagänge oder Wechselduschen zur Verbesserung der Immunabwehr
  • Gesunde und vitaminreiche Ernährung
  • Grippeschutzimpfung besonders für ältere Menschen und bestimmte Risikogruppen, wie Menschen mit Diabetes oder chronischen Atemwegserkrankungen.

Sport und Immunsystem

Sport härtet ab und stärkt das Immunsystem. Geht es darum, fit und gesund durch die kalten Jahreszeiten zu kommen, wird deshalb stets die Empfehlung ausgesprochen, sich regelmäßig zu bewegen. Doch wie verbessert ein sportliches Training die Infektabwehr? Zunächst muss hier deutlich betont werden, dass bei der Stärkung des Immunsystems durch Sport der Satz „viel hilft viel“ nicht gilt. Denn während moderates Ausdauertraining das Immunsystem stärkt und den Körper gegen Husten, Schnupfen oder Halsentzündungen wappnet, bewirkt ein zu intensives oder zu umfangreiches Training häufig genau das Gegenteil. Man wird häufiger krank, weil das Immunsystem das belastende Training nicht gut wegstecken kann. Verantwortlich für eine verbesserte Infektabwehr bei Sportlern sind Antikörper, die unerwünschte Eindringlinge bereits auf der Schleimhaut von Nase und Mund bekämpfen, sowie Botenstoffe und Killerzellen im Blut der Sportler, die dafür verantwortlich sind, dass der Körper gut gegen Viren ankämpfen und sie vernichten kann. Insbesondere Ausdauersportarten, wie Wandern, Laufen, Radfahren, Skilanglauf u. a., sind bei maßvollem Training gut für das Immunsystem. Aber auch hier ist zu beachten: wer zu schnell unterwegs ist oder ein zu hohes Kilometerpensum absolviert, leidet häufiger an Infekten der oberen Atemwege als Sporttreibende, die angepasst und in moderatem Tempo trainieren.

Ein weiterer positiver Aspekt von Sport auf das Immunsystem ist seine Fähigkeit, Stress abzubauen. Dauerstress in Beruf und Alltag schwächt hingegen das Immunsystem. Somit hilft regelmäßiges Training den Abwehrkräften gleich doppelt. Zu beachten ist aber, dass das sportliche Training in sehr kalter Winterluft die Schleimhaut von Nase, Rachen und Bronchien austrocknen und so die Abwehrfunktion beeinträchtigen kann. Alternativ kann bei sehr kalten Temperaturen ein entsprechendes Ausdauertraining auch im Fitnessstudio durchgeführt werden. So kann jeder durch angepasste sportliche Betätigung und vorbeugende Hygienemaßnahmen fit und gesund durch den Winter kommen.

Dr. Anneliese Berbalk
Sächsischer Sportärztebund