Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens stand die gemeinsame Arbeit und der Austausch zu den derzeitigen Schwerpunktthemen im organisierten Sport in Sachsen. Angela Geyer (Vizepräsidentin Sportentwicklung/Breitensport) begrüßte die Teilnehmer mit einem Impulsvortrag und freute sich über das Interesse der Führungskräfte der Landesfachverbände und Kreis- und Stadtsportbünde mit den Mitarbeitern des Landessportbundes „in Klausur“ zu gehen. Die circa 60 Teilnehmer konnten aus vier Diskussionsforen jeweils am Vormittag und Nachmittag des ersten Tages die für sich interessantesten Themen auswählen. Angeleitet durch die jeweiligen Fachbereichsleiter des LSB entstanden in den diskussionsfreudigen Gruppen interessante, teils auch kontroverse Fachgespräche, die nach übereinstimmender Meinung für alle Beteiligten sehr hilfreich und motivierend waren.

Kontrovers diskutiert wurde vor allem bei dem in den letzten Wochen "brennenden" Thema Schule & Sport. Dabei ging es nicht um die dritte Sportstunde, sondern um die Chancen und Herausforderungen der steigendenden Ganztagsangebote (GTA) in den Schulen für den organisierten Sport. Ausgangspunkt der Diskussion war nicht die Frage, ob Sport im Ganztag stattfindet, sondern wie Sport im Ganztag stattfindet. Konsens herrschte am Ende darüber, dass wir es nur durch systematische Förderung und strukturelle Unterstützung schaffen, einen Mehrwert für den Kinder- und Jugendsport zu erreichen. Sollen unsere Sportvereine von der aktuellen GTA-Entwicklung positiv partizipieren, muss es uns gelingen, die Bedeutung des organisierten Sports gegenüber Politik und Schulen klarer zu positionieren.

Das zweite heiß diskutierte Thema war die Leistungssportreform und deren Umsetzung und Auswirkungen auf das bisher doch so erfolgreiche sächsische Fördersystem. In einem spannenden Austausch konnten die Teilnehmer von ihren Erfahrungen aus den eigenen Spitzenverbänden berichten. Übergreifend herrscht leider immer noch viel Unsicherheit, Unkenntnis und wahrscheinlich auch Planlosigkeit über die konkreten Umsetzungsschritte der tiefgreifenden Reform. Für den "sächsischen Weg" heißt das auch weiterhin Integration wo nötig, aber kreative und zielorientierte Lösungen wo möglich. Beleg dafür sind die Änderung des Förderkonzeptes zur Anerkennung ehemaliger sächsischer Athletinnen und Athleten, die Internatsförderung durch den LSB oder auch das Regionaltrainerprogramm. Weitere Ideen und Ansätze wurden in den Workshops diskutiert.

Das dritte Thema war eins der großen Gegenwarts- und Zukunftsthemen, vor welchem sich auch das Sportsystem nicht verstecken kann und darf: Digitalisierung und Vernetzung waren die Schlagwörter, die derzeit vor allem im Bereich der Aus- und Fortbildung der Trainerinnen und Trainer einen großen Stellenwert einnehmen. Ganz konkret präsentierten die Bildungsverantwortlichen des LSB die aktuellen Projekte: digitales Lernen, stärkere Vernetzung des Fachwissens, Kommunikationsplattform, Lehrgangsmanagement. Im Austausch mit den Teilnehmern ging es dann vor allem um die praxistaugliche Umsetzung und schrittweise Einführung der neuen Lehr- und Lernmethoden und die Chancen, die sich daraus für den organisierten Sport ergeben werden. Steffen Buschmann (Vizepräsident Bildung/Umwelt im LSB) unterstrich in den Workshops seine Hoffnung, „durch die sich ergebenden neuen und attraktiven Methoden in der Übungsleiteraus- und fortbildung wieder mehr, vor allem jüngere Sportbegeisterte für eine Lizenzausbildung zu begeistern", um die Nachwuchsprobleme langfristig wieder in den Griff zu bekommen, aber auch als gemeinsamer Bildungsträger mit den KSB und LFV erfolgreich sein zu können.

Das Thema Engagementförderung im sächsischen Sport wurde im vierten Forum intensiv diskutiert. Der Wandel in der Engagementbereitschaft und die sich daraus ergebenden Probleme beim Finden und Binden von freiwillig Engagierten standen dabei im Mittelpunkt. Cornelia Stampnik stellte das LSB-Projekt "KOMM! Engagier Dich" vor und erörterte im Anschluss mit den Teilnehmern verschiedene Maßnahmen zur strategischen Engagementförderung im sächsischen Sport. Durch ein systematisches Freiwilligenmanagement, verbunden mit einem Perspektivwechsel mit Blick auf den potentiellen Freiwilligen und einer modernen Engagementkultur können die Vereine die Herausforderung anpacken. Intensiv diskutiert wurden die notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten der Dachstrukturen und die nötigen Rahmenbedingungen dafür.

Beim gemeinsamen Sport und gemütlichen Ausklang am Abend konnten die Vernetzung und die eine oder andere Diskussion zwischen den Teilnehmern noch fortgeführt werden. Der Samstag startete dann mit der Präsentation der Studienangebote durch Frau Prof. Dr. Soyez von der Berufsakademie Riesa. Mit Blick auf den auch im Sport auftretenden Fachkräftemangel und die steigende Konkurrenz durch Lehrerberuf und öffentlicher Verwaltung wurde über attraktive Ausbildungsmöglichkeiten und die Notwendigkeit einer zielgerichteten Personalentwicklung im Sport debattiert. Im Anschluss informierte die Geschäftsleitung des Landessportbundes über aktuelle Neuigkeiten aus Sportpolitik und Finanzarbeit. Gespannt hörten die Teilnehmer die Ausführungen des Generalsekretärs Christian Dahms zum Stand der Verhandlungen um den neuen Zuwendungsvertrag zur Sportförderung für 2019/20 und den damit verbundenen Ausblick auf eine Erhöhung der Sportfördermittel seitens des SMI.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für den konstruktiven Austausch und werden mit den Ideen und Impulsen in den angesprochenen Themen weiterarbeiten. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse folgt in Kürze an dieser Stelle.