Zutaten

  • 225 g Mehl (davon 1/3 Vollkornmehl)
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 2 Hühnereier
  • 60 ml Raps- oder Olivenöl
  • 100 ml Milch
  • 300 g Zucchini, geraspelt (oder Möhre, Pastinake, Petersilienwurzel, Steckrübe, Kürbis)
  • 50 g Schinkenwürfel
  • 50 g geriebenen Käse
  • 1 Pckg. Kräuter-Mix (Tiefkühlprodukt) oder frische Kräuter
  • n.B. getrocknete Tomaten, Feta-Käse

Gesamtenergie pro Stück: 87 kcal, Eiweiß: 6,9 g, Kohlenhydrate: 19,1 g, Fett: 7,3 g

Geeignet als: Hauptmahlzeit, Zwischenmahlzeit, Turniersnack

Nutzen für den Sportler

Auf welche Problematik im Leistungssport weisen u.a. diese Symptome hin: hohe Infektanfälligkeit, häufige Verletzungen, verringerte Knochendichte, Störungen im Hormonhaushalt, geringere Muskelkraft und Ausdauerfähigkeit, reduzierte Konzentration, ausbleibende Anpassung an Trainingsreize und viele weitere … ? [1, 3]

Die beispielhaft beschriebenen Symptome und Folgen sind das Ergebnis eines relativen Energiemangels (relative energy deficiency in sport – kurz: „RED-S“). Dieser wird durch eine dauerhafte Unterversorgung an zugeführter Nahrungsenergie (bzw. einer geringen Energieverfügbarkeit), bei hohem Energieverbrauch durch umfangreiches, intensives Training – oder eine krankhafte Essstörung, bzw. gestörtes Essverhalten - ausgelöst und zieht eine Reihe negativer gesundheitlicher und leistungsmindernder Effekte nach sich [2]. Davon betroffen sind insbesondere Athletinnen und Athleten aus Gewichtsklassen-Sportarten (Kampfsport, Leichtgewichts-Rudern, Pferderennen etc.), Gravitationssportarten (alle Sportarten mit den Komponenten Rennen, Springen, Fahrrad, Ski fahren etc.) und ästhetische Sportarten (Gymnastik, Synchronschwimmen etc.) [3, 4].

In diesen Sportarten gilt es also von Betreuer- und Trainerseite her, regelmäßig die Indizien für ein bestehendes oder beginnendes Energiedefizit der Sportlerinnen und Sportler zu überprüfen. Denn wenn eine längere Zeit unter dieser Mangelernährung trainiert wird, stellen sich eine Vielzahl negativer, körperlicher Veränderungen ein. RED-S führt bspw. zu Störungen im Hormonsystem mit veränderter Schilddrüsenfunktion, verringerten Testosteronwerten, erhöhten Stresshormonspiegeln, sowie gestörter Funktionsweise von Insulin und Appetit regulierenden Hormonen [3]. Sehr oft geht der chronische Mangel an zugeführter Nahrungsenergie auch mit einer verringerten Festigkeit und Belastbarkeit der Knochen einher [2, 3]. Weiter sind insbesondere bei Frauen die Eisenspeicher bei RED-S schneller entleert, was weitere Symptome durch den Eisenmangel hervorruft [3, 4]. Jugendliche Sportler laufen Gefahr Störungen ihrer Entwicklung davon zu tragen, wie verzögertes Wachstum [2]. Weitere Folgen betreffen die Herzfunktion, verringerte Verdauungsleistung des Magen-Darmtraktes, geschwächtes Immunsystem und psychologische Folgen, wie geringeres Wohlbefinden bis hin zu depressiven Episoden u.a. [3].

Je eher also RED-S entdeckt wird, desto besser lassen sich die langfristigen Folgen für Körper und sportliche Entwicklung vermeiden. Dazu bedarf es regelmäßiger sportmedizinischer Untersuchungen mit Analyse der Körperzusammensetzung, Blutbild und des Einsatzes spezifischer Fragebögen (wie der Periodic Health Examination von Ljungqvist et al. [5], der Preparticipation Physical Evaluation [6] oder LEAF-Q von Melin et al. [7]). Ein Werkzeug der periodisch stattfindenden Gesundheitschecks im Sport sollte auch das Assessment-Tool “RED-S CAT™“ sein, mit welchem sich rechtzeitig problematisches Ernährungsverhalten und ein gestörter Energiehaushalt identifizieren lassen [8]. Zumindest die athletische Triade (geringe Energieverfügbarkeit, unregelmäßige bis ausbleibende Periode und verringerte Knochendichte) sollte bereits im ambitionierten Freizeitsport und vor allem im Leistungssport regelmäßig bei den Athletinnen oben genannter Sportarten kontrolliert werden [3].

Die Behandlung eines chronischen Defizits an Nahrungsenergie im Sport sollte multiprofessionell und multimodal erfolgen. Dabei ist mindestens eine Fachkraft der Sportmedizin, Ernährungstherapie, Psychologie und involvierte Trainer hinzuzuziehen. Je nach Schweregrad beginnt die Behandlung zunächst mit einem Trainingsverbot, der akuten Therapie vorhandener Symptome und Mangelerscheinungen, sowie einer strukturierten Ernährungs- und - wenn nötig - Psychotherapie [3]. Eine in Sporternährung erfahrene Ernährungsfachkraft (siehe Vorgaben des DOSB [9]) wird dann zunächst mit der betroffenen Athletin oder dem betroffenen Athleten Schritt für Schritt die Zufuhr an Nahrungsenergie erhöhen und die Zufuhr aller Mikro- und Makronährstoffe wieder an den geplanten Bedarf anpassen [2, 3]. Um Leistungsfähigkeit und Gesundheit wieder zurückgewinnen zu können, sollte die Energieverfügbarkeit bei mindestens 30kcal/kg, optimal bei 40-45kcal/kg fettfreier Körpermasse pro Tag liegen (Energieverfügbarkeit = [Tageskalorienzufuhr – Energieverbrauch durch Training] / fettfreie Körpermasse in kg) [1, 3, 4]. Denn bei einer dauerhaft geringeren Energieverfügbarkeit bleibt bspw. nicht einmal genügend Energie für Hormonbildung und Knochenaufbau im Organismus übrig [10].

Schlussendlich sollten Sportlerinnen und Sportler, sowie deren Betreuerteam, aller Sportarten auf dem Schirm haben, dass die regelmäßige Nahrungsaufnahme mit gedecktem Energiebedarf genauso wichtig ist, wie das Training, um langfristig erfolgreich und gesund zu sein. Das Pizza-Brot kann dabei als schnelle Energiemahlzeit dazu beitragen.

Unser Autor René Dolge ist staatlich anerkannter Diätassistent, trägt den Titel „M.Sc.Gesundheits- und Pflegewissenschaft" und arbeitet freiberuflich in der Diät- und Ernährungstherapie. Im Sachsensport und auf den Seiten des Landessportbundes Sachsen unter www.sport-fuer-sachsen.de stellt er monatlich neue praktische Beispiele für sportgerechte Ernährung vor.

Literatur:

[1] Robertson, S. & Mountjoy, M. (2018). A Review of Prevention, Diagnosis, and Treatment of Relative Energy Deficiency in Sport in Artistic (Synchronized) Swimming. International journal of sport nutrition and exercise metabolism, 28(4):375-384. [2] Burke, L.M., Close, G.L., Lundy, B., Mooses, M., Morton, J.P. & Tenforde, A. (2018). International journal of sport nutrition and exercise metabolism, 28(4):364-374. [3] Mountjoy, M., Sundgot-Borgen, J., Burke, L., Ackerman, K.E., Blauwet, C., Constantini, N., Lebrun, C., Lundy, B., Melin, A., Meyer, N., Sherman, R., Tenforde, A.S., Torstveit, M.K. & Budgett, R. (2018). International Olympic Committee (IOC) Consensus Statement on Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S): 2018 Update. International journal of sport nutrition and exercise metabolism, 28(4):316-331. [4] Khodaee, M., Olewinski, L., Shadgan, B. und Kiningham, R.R. (2015). Rapid Weight Loss in Sports with Weight Classes. Current Sports Medicine Reports, 14(6), S. 435-441. [5] Ljungqvist, A., Jenoure, P., Engebretsen, L., Alonso, J.M., Bahr, R., Clough, A., Thill, C. (2009). The International Olympic Committee (IOC) consensus statement on periodic health evaluation of elite athletes, March 2009. British Journal of Sports Medicine, 43, 631– 643. PubMed ID: 19734496 doi:10.1097/JSM.0b013e3181b7332c [6] American Academy of Family Physicians, American Academy of Pediatrics, American College of Sports Medicine, & American Medical Society for Sports Medicine. (2010). Preparticipation physical evaluation. In D.T. Berhardt, & W.O. Roberts (Eds.), (4th ed.). [7] Melin, A., Tornberg, Å.B., Skouby, S., Faber, J., Ritz, C., Sjödin, A., & Sundgot-Borgen, J. (2014). The leaf questionnaire: A screening tool for the identification of female athletes at risk for the female athlete triad. British Journal of Sports Medicine, 48(7), 540–545. PubMed ID: 24563388 doi:10.1136/bjsports-2013-093240 [8] Mountjoy, M. et al. (2015). RED-S CAT. Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S) Clinical Assessment Tool (CAT). British journal of sport medicine, 49(7):421-3. [9] DOSB AG Sporternährung. Verfügbar unter https://www.dosb.de/leistungssport/gesundheitsmanagement/sporternaehrung/ [10] Fagerberg, P. (2018). Negative Consequences of Low Energy Availability in Natural Male Bodybuilding: A Review. International journal of sport nutrition and exercise metabolism, 28(4):385-402.