In seiner Eröffnung machte Paul Werner, neugewählter 1. Vorsitzender der SJS, deutlich, dass Kinderschutz gerade in den Zeiten von Corona eine große Rolle spielt und insbesondere die psychische Belastung für die Kinder und Jugendlichen erheblich ist.

Während einer Gesprächsrunde mit Christiane Fürst, ehemalige Volleyballnationalspielerin und aktuelle Bundestützpunktleiterin aus Dresden, wurde sichtbar, dass weder während ihrer Jugend im deutschen Nachwuchsleistungssport, noch auf ihren Stationen als Profi in Italien, der Türkei oder Japan Kinderschutz zur damaligen Zeit thematisiert wurde. Umso wichtiger ist es ihr, dass die heutigen Jugendspieler*innen durch gelebte Schutzkonzepte geschützt werden.

In ihrem Vortrag zu Prävention in Organisationen erläuterte Stefanie Reibling vom Kinder- und Jugendring Sachsen die verschiedenen Bausteine eines Schutzkonzeptes. Dabei unterstrich sie, dass die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein essentieller Teil vom Kinderschutz ist. Kinder, die früh lernen ihre Meinung zu sagen und mitzubestimmen, können auch einfacher sagen, wenn Grenzen überschritten werden.

Am Nachmittag gaben der SV Motor Mickten-Dresden und der Cheerleading und Cheerperformance Verband Sachsen Einblicke in ihre jeweils etablierten Schutzkonzepte und wie sie in der Praxis gelebt werden. Die Teilnehmenden diskutierten dabei auch die Schwierigkeiten, dieses Thema breit in den Strukturen des Sports zu verankern. Alle Anwesenden waren sich zum Schluss einig, dass es einen langen Atem braucht, um Konzepte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu verankern und mit Leben zu füllen. Die SJS bleibt am Themenfeld im Sport weiterhin federführend in Sachsen tätig.

Der Fachtag wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.