Vollversammlung

Sportjugend im Dialog mit Politik

Christian Schricker zoom Die Sportjugend Sachsen (SJS), Jugendorganisation des Landessportbundes Sachsen (LSB), tagte am 6. April 2019 mit ihren zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Kreis- und Stadtsportjugenden sowie Landesfachverbandsjugenden im Rahmen des jährlich stattfindenden Sportjugendtages in Dresden.

Im Jahr der Landtagswahlen in Sachsen platzierte die SJS darin ein besonderes Format – ein jugendpolitisches Dialogforum „Sportjugend & Politik“. Etwa 110 Delegierte und Gäste sind zum Sportjugendtag nach Dresden ins Berufsförderwerk gekommen. Unter den Ehrengästen aus Politik, Sport und Verwaltung begrüßte Sportjugendvorsitzender Dietmar Görsch die anwesende Abgeordnete des Deutschen Bundestags Susann Rüthrich (SPD) und die beiden Abgeordneten des Sächsischen Landtags, Verena Meiwald (DIE LINKE) und Wolf-Dietrich Rost (CDU). Bedauerlicherweise sind nicht alle Abgeordneten, die sich für den Sportjugendtag angemeldet hatten, auch erschienen. Aus dem Bereich des Sports freute sich Görsch, dass Jan Holze (Vorsitzender der Deutschen Sportjugend) und die LSB-Präsidiumsmitglieder Olaf Leib und Ulrike Schöenfeld sowie LSB-Generalsekretär Christian Dahms zur Veranstaltung nach Dresden gekommen sind. Als Vertreter der Landeshauptstadt Dresden hatte sich selbst Sportbürgermeister Dr. Peter Lames die Zeit genommen, um mit der Sportjugend vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Dietmar Görsch verdeutlichte in seiner Begrüßung das Anliegen des diesjährigen Sportjugendtages. Einerseits ginge es darum, als Jugendvertretungen zu den unterschiedlichen Herausforderungen im Sport und der Jugendarbeit ins Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern zu gehen, um auf der einen Seite Verständnis zu schaffen und auf der anderen Seite aber auch Lösungsansätze zu finden und die Politik diesbezüglich zu fordern. Andererseits wollte die SJS die Möglichkeit zur Vollversammlung nutzen, um sich als Jugenddachverband im Sport jugendpolitisch zu positionieren, um ein erfolgreiches Agieren als Jugendverband weiter und engagiert fortsetzen zu können.

Jan Holze dankte in seinen Grußworten für die Einladung und reflektierte zugleich die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend aus dem Jahr 2018, die sich ebenso mit der Verknüpfung von Sport und Politik beschäftigt hatte. Damit lobte er die inhaltliche Ausgestaltung der sächsischen Sportjugendvollversammlung. Holze hob noch einmal die aktuellen Entwicklungen in den Themenfeldern „Freiwilligendienste“ und „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“ hervor. Aber auch auf die Chancen der Länderumsetzung des Gute-Kita-Gesetzes verwies Holze, indem Bewegungsförderung als Qualitätsmerkmal hierbei fest verankert werden sollte.

Dr. Peter Lames hieß alle Anwesenden in der Landeshauptstadt Dresden herzlich willkommen. Er zeigte auf, wie Ehrenamtsförderung und Anerkennung für Ehrenamt im Sport auch in der Landeshauptstadt Einzug findet. Dabei lobte er das Engagement der kommunalen Sportjugend in Dresden, u. a. auch für deren Engagement im Handlungsfeld der Schulsozialarbeit.

Um einen guten Gesprächseinstieg ins Dialogforum zu finden, gab es mit Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, als Gastreferenten einen interessanten Impuls zur Frage „Wie (un)politisch ist der Sport?! Wie (un)politisch sollten Sportvereine sein?!“, um insbesondere die politische Dimension des Sports den Anwesenden aus seiner Perspektive vor Augen zu führen. Er stellte eindrucksvoll dar, was dafür spricht, dass der Sport einerseits unpolitisch zu sehen ist, aber andererseits zeigte Dr. Löffler anhand vieler, aktueller Beispiele aus dem Sport, dass dieser es überwiegend nicht ist. Sport ist politisch – so bekräftigen es auch Jan Holze von der Deutschen Sportjugend und Dietmar Görsch von der SJS.

Görsch schloss in diesem Sinne mit den jugendpolitischen Positionen der SJS an, die dem Delegiertenkreis auch nochmal einen Anreiz geben sollten, an den Gesprächstischen mit eigenen Erfahrungen und Meinungen dies zu untermauern. Im sich anschließenden jugendpolitischen Dialogforum wurde an sechs Thementischen bzw. Gesprächsecken gemeinsam mit den Gästen aus Politik, Sport und Verwaltung diskutiert. Geleitet wurden die Gesprächsrunden von ausgebildeten Demokratietrainern des LSB. Dabei ging es um:

  • die politische Dimension des Sports
  • die Rahmenbedingungen für Engagement und Ehrenamt im Sport
  • die steigende Aufgabenvielfalt im Sportverein im Ehrenamt
  • die Rolle der Jugend(verbands)arbeit in Sachsen
  • die Jugendarbeit im Sport im städtischen/ländlichen Raum
  • die Förderung des Sports durch bzw. in der Familie

Görsch schildert seinen Eindruck vom Dialogforum: „Es ist gut und wichtig, mit politischen Vertreterinnen und Vertretern ins Gespräch zu gehen, um ein besseres Verständnis zu den Herausforderungen im Sport und Jugendbereich, um die wir uns alle engagiert – überwiegend im Ehrenamt – bemühen, zu schaffen. So können wir unsere Erfahrungen aus der Praxis teilen und die Politik dazu bewegen, uns den Rücken zu stärken. Dafür war es uns als Sportjugend wichtig, unseren Jugendvertretungen aus den Mitgliedsorganisationen einen geeigneten Rahmen in diesem Jahr zu bieten. Damit bin ich sehr zufrieden.“

Nach dem Mittag ging es zunächst um Anerkennung für sportliches und ehrenamtliches Engagement. Traditionsgemäß wird zu jedem Sportjugendtag einem Sportverein eine Bühne geboten, um sich sportlich zu präsentieren. Dieses Jahr nutzte die TASG Dresden mit ihren Nachwuchssportlern diese Möglichkeit, um sich in Szene zu setzen. Die Sportlerinnen und Sportler zeigten eine interessante und beeindruckende, sportliche Darbietung vorm Delegiertenkreis, die von Jugendwartin Ulrike Rattke betreut wurden. Im Namen des Sportjugendvorstandes bedankte sich Dietmar Görsch herzlich für die Mitgestaltung, überreichte den Vereinsmitgliedern kleine Präsente und motivierte sie zum Ausbau ihrer gut funktionierenden Jugendarbeit im Verein.

SJS-Jugendsprecher Paul Werner gestaltete den Einstieg in den Auszeichnungsblock mit der Vergabe einer SJS-Engagementgabe in Bronze an Franz Gerlich vom GFC Rauschwalde. Dieses Ehrungsformat ist explizit für junge Engagierte unter 27 Jahren in den Strukturen des organisierten Sports geschaffen worden. Für sein ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit im Sport ehrte Vorstandsmitglied Steffen Buschmann den engagierten Vertreter der Sportjugend Dresden, Dirk Gütersloh, mit der SJS-Engagementgabe in Gold. Mit seinen mittlerweile über 15 Jahren ehrenamtliches Engagement ist er ein wichtiger Wegbegleiter der Sportjugend Dresden geworden. Ebenso ausgezeichnet wurde ein Sportjugend-Urgestein aus Nordsachsen. André Zschocke bedankte sich bei Siegfried Mösch, dem Gründungsmitglied der Sportjugend im Kreissportbund Torgau, der nach zwei Kreisgebietsreformen noch immer im Vorstand der heutigen Sportjugend Nordsachsen als Beisitzer und Ideengeber aktiv ist. Für sein mindestens 28-jähriges, ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit im Sport bekam Siegfried Mösch die SJS-Engagementgabe in Gold überreicht. Herzlichen Glückwunsch allen Ausgezeichneten!

Abschließend ging es in den parlamentarischen Teil des Sportjugendtages über. Der Vorstand der SJS resümierte sein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 mit einem ressortspezifischen Bericht. Der Sportjugendtag genehmigte einstimmig den Jahresabschluss 2018 und gewährte dem SJS-Vorstand für diesen Zeitraum ebenso einstimmig die Entlastung. Der Etat für 2019 wurde zudem einstimmig bestätigt. Marie Fröbe und Paul Werner kandidierten erneut als Jugendsprecher im Vorstand der SJS für weitere zwei Jahre. Beide wurden einstimmig vom Sportjugendtag gewählt. Herzlichen Glückwunsch!

Mit seinem Schlusswort bedankte sich Dietmar Görsch im Namen des Vorstandes für das entgegengebrachte Vertrauen und für das Interesse und die Unterstützung aller Beteiligten am Sportjugendtag. Er dankte ausdrücklich nochmals allen Teilnehmenden, die sich so engagiert in das Dialogforum mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern eingebracht haben.