dsj-Vollversammlung

Politische Akzente in Bremen

dsj zoom Vom 26. bis 28. Oktober 2018 fand in Bremen die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj) statt. Für die Sportjugend Sachsen (SJS) war eine kleine Vorstandsdelegation um Dietmar Görsch, dem SJS-Vorsitzenden, mit vor Ort, um sich bei den Wahlen und Abstimmungen zu bedeutsamen Positionspapieren zu beteiligen.

Vollversammlung wählt neuen Vorstand

Die alle zwei Jahre einberufene Vollversammlung ist das höchste Gremium der größten Jugendorganisation Deutschlands. Die Delegierten der 79 Mitgliedsorganisationen wählten einen neuen dsj-Vorstand für den nächsten zwei Jahre:

1. Vorsitzender:Jan Holze (Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern)
2. Vorsitzender:Benjamin Folkmann (Deutsche Fußball-Jugend)
Vorstandsmitglied für Finanzen:Stefan Raid (Deutsche Basketball-Jugend)
Vorstandsmitglied:Tobias Dollase (Sportjugend Berlin)
Vorstandsmitglied: Christin Wunderlich (Sportjugend Sachsen-Anhalt)
Vorstandsmitglied U27:Kirsten Hasenpusch (Deutsche Motorsport-Jugend)
Vorstandsmitglied U27: Luca Wernert (Special Olympics)

Zudem gehört Martin Schönwandt als dsj-Geschäftsführer zum Vorstand. Nicht mehr für den dsj-Vorstand kandidierten in Bremen Lisa Druba (Sportjugend Nordrhein-Westfalen) und Tamara Hernandez (CVJM Jugend).

DOSB-Präsident Alfons Hörmann würdigte in seiner Rede vor der Vollversammlung die Arbeit der dsj: „Wie die Deutsche Sportjugend aktiv, engagiert und vielschichtig zum Gelingen von Sportdeutschland beiträgt, das macht Mut. Ohne starke Deutsche Sportjugend, kein starker DOSB.“

Neue Formate zur Vollversammlung

Geprägt wurde die dsj-Vollversammlung auch von zwei neuen Veranstaltungsformaten. Zunächst vom „dsj-Campus“ mit 19 einstündigen Workshops, Diskussionen und Vorträgen, die am Samstagnachmittag in drei Blöcken die gesamte Bandbreite der Arbeitsbereiche und Aufgabenfelder der dsj aufzeigten. Vor dem zweiten parlamentarischen Teil am Sonntagmorgen bot das neue „dsj-Frühstückscafé“ drei moderierte Gesprächsrunden zu den Themenfeldern „Olympia und Jugend“, „Sport und Politik“ sowie „E-Sport“ mit renommierten Persönlichkeiten. Gesprächspartner waren Willi Lemke, früher Sonderberater des UN-Generalsekretärs, der Kommunikationsspezialist Christian Klaue vom IOC, die künftige dsj-Geschäftsführerin Christina Gassner, der frühere DOSB-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Vesper sowie Thomas Krüger als Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wie politisch ist der Sport?!

Um Sport und Politik ging es auch. Wie politisch ist der Sport, wie politisch können oder sollen Sportvereine sein? Viele Themen der Vollversammlung der in Bremen streiften diese Frage. Eine Antwort darauf gab Thomas Krüger. „Der Sport kann Gemeinschaften, Zugehörigkeiten und Identitäten schaffen. Er kann zur lokalen Verortung, ohne die es keine politischen Gemeinschaften geben kann, beitragen“, sagte Krüger in seinem Impulsvortrag vor dem höchsten Gremium der Jugendorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund. „Fakt ist, dass Sportvereine eine politische Dimension haben, ob sie wollen oder nicht. Die Frage ist, ob sie sie wahrnehmen.“ Die großen Zahlen und der Stellenwert, den der Sport in unserem Gemeinwesen einnehme, machten deutlich, „wie zentral die Stellung der Aktiven und der Ehrenamtlichen für unsere Demokratie ist“. Krüger stellte heraus: „Sportvereine und -verbände sind wichtige Bausteine der sozialen DNA. Sie stehen im Austausch mit vielen anderen gesellschaftlichen Handlungsfeldern, werden von diesen beeinflusst und wirken selbst in die Gesellschaft hinein.“ Die Frage, wie politisch der Sport sein kann, drehte Krüger um und entgegnete: „Wie unpolitisch darf der Sport sein?“ Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung machte dabei klar: „Rassismus und Homophobie gehören nicht in unsere Gesellschaft, und ich bin froh, dass die Sportjugend hier zu den aktiven Akteuren gehört.“

Klare Bekenntnisse gab die Vollversammlung mit den einstimmigen Beschlüssen zu zwei neuen Positionspapieren ab: Sie unterstreichen zum einen die Forderung an die Politik, die Freiwilligendienste im Sport auszubauen und ihre Finanzierung sicherzustellen, und setzen zum anderen ein Zeichen für die Partner inner- und außerhalb des Sports, beim Thema „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“ mit einer klaren Stimme zu sprechen. Auch hier wird die Politik dringend gebeten, die Aktivitäten zum Kinder- und Jugendschutz zielgerichtet zu unterstützen.

Quelle: dsj