Siegervereine im Wettbewerb „Frauen und Mädchen im Sport" geehrt
Ziel dieses Wettbewerbs ist es, Vereine zu motivieren, sich der Zielgruppe „Frauen und Mädchen" noch stärker zuzuwenden und dazu vielfältige bedarfsorientierte Sportangebote aufzubauen. Auf diese Weise sollen mehr Mädchen und Frauen für eine regelmäßige sportliche Betätigung und das Übernehmen von Führungsfunktionen in den sächsischen Sportvereinen gewonnen werden.
Auch für das Wettbewerbsjahr 2008 waren die Bewerbungen von Ideenreichtum und außerordentlichem Engagement geprägt, das über das alltägliche Sporttreiben im Verein weit hinaus reicht. Mit gesundheits- und fitnessorientierten Angebote wie Walking, Nordic Walking, Aquafitness, Rückenschule, Tanz u.v.a.m. bedienen die Vereine in besonderem Maß die Sportbedürfnisse von Frauen. Aber auch in traditionell durch Wettkampf geprägten und von Männern dominierten Sportarten gelingt es den Vereinen, zunehmend Mädchen und Frauen zu begeistern. Zudem war das Bemühen ersichtlich, aus den Angeboten heraus Frauen als Übungsleiterinnen zu gewinnen und zu qualifizieren.
Die aktuellen Sieger wurden am 3. April zur Tagung des Hauptausschusses gewürdigt, die Laudatio hielt Generalsekretär Dr. Ulf Tippelt. Zunächst dankte er herzlich allen am Wettbewerb beteiligten Vereinen sowie dem Landesausschuss Frauen im Sport und der Jury für ihre Aktivitäten.
Wettbewerbssieger
In der Kategorie bis 200 Mitglieder - hier gab es die meisten Bewerbungen - entschied sich die Jury für den SV 90 Lissa
Der Anteil von 56 Prozent Mädchen und Frauen im Verein wäre an sich nicht sensationell, aber es ist ein Einspartenverein in einer Sportart, deren Verband in Sachsen ganze 6,4 Prozent weibliche Mitglieder zählt. Beim SV 90 Lissa wird Fußball gespielt, und dabei gezielt um Mädchen geworben, etwa mit einem Tag des Mädchenfußballs 2008. So gibt es mittlerweile in nahezu allen Altersklassen Mädchenteams im Spielbetrieb, trainiert werden die Nachwuchsteams von sechs Spielerinnen der Frauenmannschaft. Die motivierende Wirkung von Vorbildern soll auch für die Ausbildung von Schiedsrichterinnen genutzt werden, eine FIFA-Schiedsrichterin wie Anja Kunick hat eben nicht jeder Verein zu bieten.
In der Kategorie über 200 bis 500 Mitglieder ging die Würdigung an den Chemnitzer Eislauf-Club
Dass man in diesem Verein weltmeisterlich trainieren kann, haben erst Ende März Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei der WM in Los Angeles wieder beeindruckend dokumentiert. Dass man aber auch mit 50 oder 70 Jahren „Fit durch Eislaufen" bleiben kann, stellt der Chemnitzer Eislauf-Club mit seinen Angeboten ebenfalls unter Beweis. Von Schnupperkursen für Vorschulkinder über Curling im Behindertensportbereich bis zu Nordic Walking und Rückenschule außerhalb der Eisfläche hält der Verein eine Palette bereit, von der sich ganz besonders Mädchen und Frauen angesprochen fühlen. Verein beteiligte sich auch an den Frauensportaktionswochen und konnte so im Vorjahr 29 weibliche Mitglieder hinzu gewinnen. Dies spiegelt sich auch bei den lizensierten Übungsleiterinnen und einem zu 80 Prozent weiblichen Vereinsvorstand wieder.
Besonders schwer fiel der Jury die Entscheidung in der Kategorie über 500 Mitglieder.
Hier gab es zwar nur zwei Bewerbungen, aber die waren beide außerordentlich gut. So wie der schließlich geehrte SC Hoyerswerda ragt auch der SC DHfK Leipzig durch ein vielfältiges Angebotsspektrum, mit dem Ziel sozialer Integration für alle, heraus. Dies reicht von speziellen Angeboten für Vorschulkinder über Gesundheitssport bis zum Leistungssport.
Wodurch sich der SC Hoyerswerda aber besonders auszeichnet, ist die ausdrückliche Verankerung der Schwerpunktaufgabe Frauen und Mädchen im Verein als Markenzeichen. Dies wird zum Beispiel durch das Mitwirken bei den bundesweiten Frauensportaktionstagen realisiert. Beleg für die hervorragende Arbeit in einer Region, die von Bevölkerungsrückgang und demografischer Alterung ganz besonders betroffen ist, sind u.a. 183 neue weibliche Vereinsmitglieder im vergangenen Jahr.



