Ernährungstipp August 2010: Gazpacho
Zutaten (für 4 Personen)
- 1 Salatgurke
- 1 Dose geschälte Tomaten
- 1 Zwiebel
- 1 Scheibe Vollkornbrot
- 1 rote Paprika
- 1 EL Olivenöl
- Honig, Essig, Dill, Knoblauch oder Tabasco
- Salz, Pfeffer
- 4 Sch. Vollkornbrot (pro Person eine Scheibe) zum Essen
| Gesamtenergie |
Eiweiß | Kohlenhydrate | Fett |
| 214,00 kcal | 6,70 g | 35,84 g | 4,25 g |
Zubereitung
Das Gemüse gründlich waschen und in grobe Stücke schneiden. Die Scheibe Vollkornbrot grob gewürfelt dazu geben und die Gewürze je nach Vorliebe zufügen. Nun alles in einem geeigneten, hohen Gefäß pürieren und nochmals abschmecken. Zum Schluss sollte die kalte Suppe ca. 30 Minuten im Kühlschrank ziehen und mit ein paar Brotscheiben serviert werden.
Nutzen für den Sportler
Vor etwa 100 Jahren waren es Infektionskrankheiten, an denen ein Großteil der Menschen verstarb. Dank der modernen Medizin sind diese kaum noch ein Thema in den entwickelten Ländern, jetzt überrennen uns die chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Osteoporose, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Eine Milliarde Menschen haben ein deutlich zu hohes Körpergewicht, das sind mehr Menschen, als es hungernde Erdenbürger gibt. Weltweit zählt man jährlich 11 Millionen Neuerkrankungen an Krebs, dabei steigen diese Zahlen jedes Jahr rapide an. Woran liegt es, dass wir trotz der hoch entwickelten Medizin, die Flut dieser Erkrankung nicht eindämmen können?
Faktoren gibt es viele, da wären zum einen die Umweltgifte wie polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, daneben Schwermetalle, Alkohol, Nikotin u.v.m, welche uns durch unsere hoch technisierte, moderne Lebensweise mehr und mehr umgeben. Dazu kommt ein bewegungsarmer und naturferner Lebensstil, der dazu beiträgt, dass jeder zweite Erwachsene übergewichtig ist und jeder vierte ein metabolisches Syndrom entwickelt. Unsere Nahrungsmittel werden immer stärker verarbeitet und verlieren dadurch ihre natürlichen, schützenden Eigenschaften.
Was kann man also in der heutigen Zeit tun, um sich möglichst effektiv vor der Erkrankung Krebs zu schützen?
Es gibt fünf Säulen, welche die Krebsprophylaxe ausmachen. Die erste bildet Sport, das heißt täglich mindestens 30 Minuten Bewegung, bevorzugt an der frischen Luft und in der Natur. Die zweite Säule wird durch einen sinnvollen Fleischverzehr gebildet. Wer pro Woche mehr als zwei- bis dreimal Fleisch isst (gefährlich ist vor allem rotes Fleisch), hat ein deutlich höheres Risiko einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Darmkrebs zu erleiden. Schuld daran ist freies Eisen in rotem Fleisch, welches toxisch auf die Reperaturgene des Darmephitels wirken. Obendrauf wird Fleisch meist gebraten oder gegrillt, wobei die entstanden Röstprodukte auch kanzerogene Eigenschaften haben.
Bei der dritten Säule handelt es sich um den klugen Einsatz von industriell hergestelltem Essen, wie functional Food (Probiotika, Vitaminzusätze usw.), Nahrungsergänzungsmitteln, Fertignahrung und Convenienceprodukten. Hier gilt der Satz von Paracelsus, die Menge macht, dass es ein Gift ist. Nicht alle Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffe sind bedenkenlos verzehrbar, daher empfiehlt es sich, möglichst viele Speisen selbst zuzubereiten.
Die vierte Säule wird durch frische, pflanzliche Produkte gebaut, welche den Hauptteil unserer Ernährung ausmachen sollten. Also der reichliche Einsatz von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse, die vorwiegende Verwendung von Vollkorngetreide und deren Produkten, sowie Hülsenfrüchte und Nüsse in jeglicher Form. Gerade die Ballaststoffe aus Vollkornbrot, -nudeln und Co. versorgen die Dickdarmzellen mit kurzkettigen Fettsäuren zur Energiegewinnung und zum Schutz der Zellen. Dazu saugen diese unverdaulichen Bestandteile der Pflanzen im Darm Toxine aus der Nahrung auf, die wir dann ausscheiden, ohne dass diese Schäden verursachen konnten. Die frischen Früchte enthalten darüber hinaus hunderte bis tausende schützender, sekundärer Pflanzenstoffe, welche bei der Krebsprophylaxe erstaunliche Dienste leisten. In der fünften Säule geht es um Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, wobei ich hier einen Spruch zitieren möchte: „Schnaps und Tabak sind wie Öl in das Feuer, in dem die Gesundheit verbrennt" (Dr. Galina Schatalova).
Die in diesem Monat vorgestellte kalte Suppe eignet sich hervorragend als Zwischenmahlzeit, als Beilage zum Grillen oder einfach als Vorsuppe an warmen Tagen. Sie enthält sekundäre Pflanzenstoffe aus allen Gruppen dieser Schutzweltmeister. Vollkornbrot liefert die wichtigen Ballaststoffe und trägt zu einer angenehmen Sättigung bei. Wichtig beim Kauf des Vollkornbrotes ist die Wahl des verwendeten Mehles. Wer die positiven Wirkungen des gesamten Getreides nutzen möchte, muss darauf achten, dass Vollkornmehl in der Zutatenliste an erster Stelle steht (z.B. Roggen- ,Weizen- oder Dinkelvollkornmehl). Kauft man das Brot beim Bäcker des Vertrauens, sollte nach dem Anteil des Vollkornmehles gefragt werden, da es nicht ausreicht, ein dunkles Brot mit Körnern zu kaufen.
Zusammenfassend kann man sagen, wer sein Körpergewicht nahe Normalgewicht hält, bei Zucker, Salz und tierischen Fetten spart, Alkohol und Nikotin möglichst meidet, genügend Sport treibt und eine eher pflanzliche Kost bevorzugt, kann in der heutigen Zeit das Beste aus dem Selbstschutzpotential seines Organismus herausholen und sein Risiko für Wohlstandserkrankungen deutlich minimieren.
Sport frei und guten Appetit, wünscht René Dolge.
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Unser Autor René Dolge ist Ernährungstherapeut an der Leipziger
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