Landessportbund Sachsen informiert auf Extremismuskonferenz über Demokratieprojekt
20.06.2012
Staatsminister Ulbig lobte das vom Landessportbund Sachsen initiierte Projekt als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung rechtsextremer Tendenzen. Gleichzeitig äußerte er seine Hoffnung, dass die finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ über das laufende Jahr hinaus fortgesetzt wird. „Der Freistaat Sachsen wird im Rahmen seiner Zuständigkeiten und Kompetenzen, zum Beispiel im strafrechtlichen Bereich, den Rechtsextremismus auch im Sport konsequent bekämpfen“, so der sächsische Innenminister. Er nahm aber auch die Kommunen in die Pflicht: „Die Sportvereine, in denen extremistische Vorfälle passieren, sind naturgemäß in den Städten und Gemeinden verwurzelt. Hier müssen von kommunaler Seite mögliche Sanktionen geprüft werden.“
LSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe verwies auf bisherige Aktivitäten und 17 derzeit in Ausbildung befindliche Demokratietrainer. Diese sollen präventiv in der Arbeit mit Vereinsverantwortlichen tätig sein und bei bekannt gewordenen Vorfällen als Ansprechpartner und Berater aktiv werden. „Zunächst ist es wichtig, die Verbände, Vereine und deren Mitglieder für das Thema zu sensibilisieren. Wenn im Sport rechtsextreme Vorfälle passieren, müssen wir davon Kenntnis erlangen, um diese zu thematisieren und uns damit auseinandersetzen zu können. Dafür ist eine gute Vernetzung auch mit anderen Institutionen und kommunalen Akteuren nötig. Seitens des LSB spielen die Demokratietrainer in diesem Prozess eine besonders wichtige Rolle.“
Nadine Haase, Leiterin des LSB-Projektes, und Ulrich Schuster, einer der Demokratietrainer, berichteten von aufgetretenen Fällen und stellten fest, dass das Problembewusstsein in den Vereinen unterschiedlich ausgeprägt ist. Mit Publikationen zum Thema Rechtsextremismus, Seminaren bei der Übungsleiterausbildung und Beratungsangeboten für Funktionsträger in Vereinen wollen sie dieses erkannte Defizit beheben.






