LSB-Präsident kritisiert Umsatzbesteuerung von Freiwilligendiensten

Der Präsident des Landessportbundes Sachsen, Eberhard Werner, hat eine Wiederabkehr von der Umsatzbesteuerung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Sport gefordert: „Es kann doch nicht sein, dass Sportvereine dafür, dass sie jungen Menschen ein Bildungs- und Orientierungsjahr zwischen Schule und weiterer Ausbildung ermöglichen, noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Hier erwarte ich von der Politik, dass sie dementsprechend unmissverständliche Vorgaben für die Finanzbehörden leistet", sagte Werner.

Eberhard Werner, Präsident des Landessportbundes Sachsen Foto: Jochen A. Meyer „Selbst wenn man unterstellen will, dass ein Sportverein durch einen FSJ-Teilnehmer eine zusätzliche Arbeitskraft erhält, dann kommt dies doch unmittelbar dem Gemeinwohl zugute, dem sich all unsere Sportvereine verpflichtet fühlen", so Werner weiter. „Diesen Vorgang mit der Personalgestellung bei gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen gleichzusetzen, ist doch völlig inakzeptabel. Die geltenden gesetzlichen Vorschriften lassen eine Umsatzsteuerbefreiung für das Freiwillige Soziale Jahr ja durchaus zu. Es ist höchste Zeit, dass nun auch danach gehandelt wird und der gesellschaftliche Wert der Freiwilligendienste endlich Akzeptanz findet. Sonst riskieren wir, dass das Bildungsjahr im Sport zu einem Luxusgut wird und über kurz oder lang von der Bildfläche verschwindet. Und damit wäre niemandem gedient", sagte der LSB-Präsident.

Derzeit absolvieren 53 Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem sächsischen Sportverein. Sie sind vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig - in der Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen, beim Training und der Talentsichtung, bei Freizeitfahrten oder bei der Organisation und Durchführung von Freizeitveranstaltungen. Weiterhin unterstützen sie ihren Sportverein bei der täglichen Arbeit. Sie können so ein Jahr Zeit für berufliche Orientierung und persönliche Weiterentwicklung gewinnen, die auch als Praktikum oder Wartesemester Anrechnung finden kann. Sie lernen aktiv gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und erwerben Qualifikationen des Sports. Das FSJ hat so auch Bedeutung für die spätere Gewinnung qualifizierter ehrenamtlicher Übungsleiter, Funktionäre und Helfer, die für Sportvereine unentbehrlich ist. Die Sportjugend im Landessportbund Sachsen als Träger koordiniert den Einsatz der Freiwilligen in den Sportvereinen, sorgt für eine umfassende Betreuung und sichert die Bildungsmaßnahmen aller FSJ-Teilnehmer im Sport.

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